Lebensweisungen – Hoffnungsworte

Die Corona-Pandemie, die wir im Jahr 2020 erfahren mussten, hat uns die Verletzlichkeit unseres Lebens und unserer Welt vielfältig und schmerzlich erfahren lassen. Nicht nur durch Alltagseinschränkungen, sondern vor allem auch durch gesundheitliche, wirtschaftliche und existentielle Probleme stellt sich jedem und jeder von uns ganz nachdrücklich die Frage, worin das unzerbrechliche Glück unseres Lebens jetzt und in Zukunft bestehen kann.
Zum Gmünder St. Salvator trugen Menschen schon seit nahezu vier Jahrhunderten, sei es in Kriegen, Seuchen und schweren Bedrängnissen – ihre Anliegen und Sorgen hinauf zum Wallfahrtsort. Die Salvator-Pilger konnten sich dort Trost, Hilfe und Heilung erbitten und erhoffen. Bis in unsere Zeit kann der St. Salvator beim Aufstieg über den Kreuzweg zu den Felsenkapellen und dann weiter über den Pfad der Hoffnung zur großen, kosmischen Segenshand als Hoffnungs-, Kraft- und Gnadenort erlebt werden.

Unsere Erfahrungen als einzelne und als Gemeinschaften haben uns im Pandemie-Jahr 2020 bewogen, über dem Pfad der Hoffnung junge Bäume zu pflanzen. Die Bäumchen sollen Erinnerungs- und Hoffnungsträger darstellen. Hoffnungsvoll soll ein kleiner „Baumgarten Salvatoris“ entstehen, ein „hortus conclusus“ – wie er im Hohen Lied Salomos heißt – ein Garten, der in der Sprache der Bäume Hoffnungs-Botschaften entsendet: Blätter, Knospen, Blüten entfalten sich im Jahreslauf an Zweigen und Geäst. Wachstum zeigt sich und Früchte erfreuen uns nach achtsamer Pflege jedes Jahr wieder neu.

Sieben Apfelbäumchen werden gepflanzt
Sieben in den Corona-Jahren 2020 und 2021 gepflanzte Apfelbäumchen sollen keineswegs nur einen Erinnerungsort entstehen lassen, wo an die Krise und das Leiden der Corona-Pandemie rückblickend erinnert werden. Die Salvatorfreunde vertrauen die jungen Bäumchen dem jahreszeitlichen Wechsel bei Sonne, Regen, Wind, Frost und Schnee – dem Wachstum und dem Lauf der kommenden Jahre an, d.h. der Zukunft – der Jugend einer neuen Generation. Die Baum-Botschaft und der Appell an uns heißt: Alte und neue Tugenden müssen wieder bewusst gemacht, wieder aktiviert und zu Lebensweisungen werden. So können in der Nach-Corona-Zeit die Wunden der Krise geheilt und Lebensglück nachhaltig wiederkehren und von Gott gesegnet werden.

Die Symbolik der Siebenzahl
Die Zahl 7 ist in der Religionsgeschichte eine der wichtigsten Zahlen. Die Symbolik der 7 geht auf mythische, antike Vorbilder zurück. Sieben kommt auch in der Bibel – von den sieben Schöpfungstagen angefangen – häufig vor. Sie gilt als Zahl der Vollständigkeit und wird als drei plus vier gedacht, als Verbindung von Gottes Dreifaltigkeit (3) und den vier Himmelsrichtungen (+4). Im Salomonischen Tempel stand der siebenarmige Leuchter – bis heute ein Symbol des Judentums.
Am Ende des Neuen Testaments ergehen Botschaften an die sieben Gemeinden
und es erscheint u.a. ein Buch mit sieben Siegeln. In der Siebenzahl sind auch die Gaben des Heiligen Geistes, die 7 Sakramente, die 7 Werke der Barmherzigkeit und Säulen der Weisheit erfasst.