Den Gmündern liegt ihr Salvator am Herzen und dies vor allem im Jubiläumsjahr. Der vollbesetzte Festsaal im Franziskaner bewies dies: Rund 150 Zuhörer waren der Einladung des Geschichts- und Museumsvereins zur Auftaktveranstaltung im Jubiläumsjahr gefolgt. Münsterpfarrer Robert Kloker begrüßte die Anwesenden. Professor Dr. Hubert Herkommer, der zuletzt in Bern lehrte, löste die alte Wallfahrtsstätte aus ihrer lokalen Gebundenheit und stellte sie in einen überregionalen Kontext. 

Der Vortrag machte deutlich, dass sich Sinn und Anspruch dieser Wallfahrtsstätte nur dann angemessen begreifen lassen, wenn man viele Jahrhunderte durch Raum und Zeit zurückblickt. Denn bei der Entwicklung der Passionsbetrachtung in Theologie, bildender Kunst, Poesie und Frömmigkeit wurden die Weichen gestellt, die letzten Endes zum Pilgerweg der Gmünder Via Dolorosa geführt haben, auf dem die Gläubigen sich den Jerusalemer Leidensweg des Herrn vergegenwärtigen.